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Neues Interview aus der Reihe „Was macht eigentlich…?“ mit Ralf Niebrügge

Ralf: Hallo Mehmet! Danke dass Du Dir die Zeit für dieses Interview nimmst. Wir hoffen, dass Du die bisherige Zeit der Corona Pandemie mit Deiner Familie gut überstanden hast. Wie hast Du die bisherige Zeit innerhalb der Corona Pandemie gerade in der Türkei erlebt?
Mehmet: Hallo Ralf!!! Ja die Pandemie hab ich bis jetzt soweit gut überstanden mit meiner Familie. Aber trotzdem wünscht man sich wieder Normalität zurück. Also die Pandemie in der Türkei war nicht so streng wie hier in Deutschland bis vor kurzem. Da hat es den kompletten Lockdown gegeben. Vom 29-17.05 hatten nur noch die Supermärkte auf. Restaurants und Cafes hatten zum Liefern auf und man durfte in dem Zeitraum nur das Nötigste machen. Also sozusagen eine Ausgangsperre.
Ralf: Bevor wir aber zum Interview kommen, vielleicht kannst Du Dich kurz unseren Lesern einmal vorstellen.
Mehmet: Ich heiße Mehmet Kodes bin 30 Jahre alt, in Dissen geboren und bin Türke. Spiele Fußball seit ich 5 Jahre bin und seit ich 19 bin, spiele ich professionell.
Ralf: Mehmet, Du bist 1990 in Dissen geboren. Hast aber zuerst in Bad Laer gespielt. Wie kam es dazu?
Mehmet: Wir haben bis 1997 in Bad Laer gewohnt und deswegen kam es dazu, dass ich dort angefangen habe zu spielen.
Ralf: Nach Bad Laer bist Du zur TSG Dissen gewechselt. Kannst Du Dich noch daran erinnern und hast Du vielleicht noch die ein oder andere konkrete Erinnerung an Personen oder ein besonderes Erlebnis, an dem Du dich zurück erinnerst?
Mehmet: Also mit 7 Jahren bin ich dann nach Dissen gewechselt, weil wir dann auch aus Bad Laer nach Dissen umgezogen sind. Den ersten Kontakt hat mein Vater mit Levent Yarin gehabt. Unter den ich auch sehr lange in Dissen Fußball gespielt habe. Ich hatte mit der TSG Dissen viele schöne Momente z.B. das Turnier in Schüttorf, wo wir in Zelten übernachtet haben und im Finale beim Elfmeterschießen dieses Finale leider verloren haben. Es war etwas Neues für mich mit dem übernachten und an so einem großen Turnier teilgenommen zu haben.
Ralf: Nach der Station in Dissen bist Du zum VFL Osnabrück und dann zur Viktoria nach Georgsmarienhütte gewechselt. Wie bist Du zum VFL Osnabrück gekommen und kannst Du Dich aus dieser Zeit noch an etwas erinnern, was Dir als positives Ereignis in Erinnerung geblieben ist?
Mehmet: Also um ehrlich zu sein weiß ich nicht mehr genau wie es zu einem Wechsel zum VFL gekommen ist. Aber mit dem VFL war es was ganz anderes für mich, weil man gegen namhafte Vereine wie z.B. dem VFL Wolfsburg, Eintracht Braunschweig, Holstein Kiel usw. gespielt hat. Es war etwas sehr spannendes und aufregendes für mich, weil man sich mit den Besten in seinem Alter messen konnte. Was mir in Erinnerung bleibt ist das Turnier in Georgsmarienhütte, dem Wintercup. Da haben so viele Bundesliga- nachwuchsvereine am Turnier teilgenommen, das es sehr aufregend war gegen diese zu spielen. Am Ende des Turniers wurde ich hinter Toni Kroos (14 Tore), Ich (13 Tore), zweit- bester Torschütze.
Ralf: Du spielst im Sturm und dort auf beiden Außenpositionen. Also rechts wie links. Da hilft Dir bestimmt, dass Du beidfüßig bist. Hast Du eigentlich schon immer im Sturm gespielt und warum eigentlich die Außenpositionen?
Mehmet: Ich habe in der Jugend hauptsächlich im Sturm gespielt, aber im Seniorenbereich dann auf den Außenpositionen und auf der 10er Position. Wieso Außenbahn? Weil ich ein schneller Spieler bin, im 1gegen1 gut bin und eine gute Technik besitze. Alles das konnte ich auf den Außenpositionen gut einsetzen.

Ralf: Zwischen 2009 und 2017 konntest Du bei etlichen Vereinen Spielpraxis in den verschiedensten Ligen sammeln. Wenn Du etwas zurück blickst. Gibt es Vereine, an denen Du Dich gerne erinnerst und wenn ja, warum?
Mehmet: Ich erinnere mich gerne an die Zeit beim Eintracht Braunschweig zurück. Ich bin zum ersten Mal von Zuhause weggezogen, mit 19 Jahren nach Braunschweig. Man war weit weg von der Familie, von Freunden und man war auf sich selbst gestellt, kein Hotel Mama mehr :). Habe sehr viele neue Freunde dort gewinnen können, in den Jahren. Das wichtigste aber war, das ich gelernt habe wie das Profigeschäft funktioniert. Es war nicht bloß Fußball spielen. Man musste sich gut ernähren, auf seinen Schlaf aufpassen. Einen Tag vorm Spiel nicht raus gehen, auf dem Platz wie außerhalb musste man sich vernünftig präsentieren, weil man sonst dem Verein schaden würde.
Ralf: Du hast lange für Landesligisten gespielt. Dann bist Du in die Oberliga zum VFL Osnabrück II gewechselt. Wie hast Du den Sprung von der Landesliga in die Oberliga empfunden?
Mehmet: Ich hab, wie ich mich erinnere, bloß für 4-5 Monate für Türkgücü gespielt, dass auch nur weil ich nach dem VFL keinen Verein gefunden habe und ich mich dann dort fit gehalten habe und deshalb habe ich dort für ein paar Monate gespielt. Ich habe mein erstes Seniorenjahr beim SV Bad Rothenfelde in der Oberliga begonnen. Und dann immer in der Regionalliga oder Oberliga gespielt. Also der Sprung in die Oberliga war jetzt für mich nicht so schwer. Ich hab in der ersten Saison 30 Spiele und 9 Tore gemacht.
Ralf: Die letzten beiden Stationen in Deutschland waren der BSV Rehden und Germania Halberstadt aus der Regionalliga Nord bzw. Nordost. Wie hast Du diesen Sprung in die Regionalliga empfunden und wie war die Zeit in Rehden und Halberstadt für Dich?
Mehmet: Meine letzten beiden Stationen in Deutschland waren Germania Halberstadt und Teutonia Watzenbron. Die Regionalliga war schon ganz anders als die Oberliga. Weil man da sehr körperbetont spielt, taktisch sehr viel drauf haben muss und es viel schneller ist als in der Oberliga. Ich musste mich an das Niveau in der Regionalliga anpassen, aber ich kam schnell damit zurecht. Die Zeit in Rehden war nicht so gut, weil ich bloß ein Spiel gemacht habe. Aber die Zeit in Halberstadt war umso besser, dort habe ich 25 Spiele und 3 Tore gemacht.
Ralf: Mehmet Du besitzt die deutsche, aber auch die türkische Nationalität? Seit 2017 spielst Du für verschiedene Vereine in der Türkei. Wie war die Umstellung für Dich, plötzlich in der Türkei und dem türkischen Fußball zu spielen?
Mehmet: Nein, ich besitze nur die türkische Staatsbürgerschaft, weil doppelte Staatsbürgerschaft abgeschafft wurde. Die Umstellung vom Deutschen Fußball aufs türkische hätte ich mir viel schwieriger vorgestellt, aber es war nicht so schlimm. Natürlich wird in Deutschland anders gespielt als in der Türkei. Wie z.B. in Deutschland, dort achtet man sehr viel drauf, ob die Spieler taktisch gut geschult sind, das man ein Mannschaftsspieler ist und das ein Spieler diszipliniert ist. In der Türkei achtet man auch auf die Sachen, aber es ist jetzt nicht so ausschlaggebend wie in Deutschland. Hauptsache man hat individuelle Qualität, dann hast du gute Chancen in der Türkei :). Und mit dem Leben in der Türkei kam ich sehr gut zurecht, weil ich in einer der schönsten Städte der Welt lebe, in Istanbul. Da fiel es mir nicht so schwer dort Fuß zu fassen.
Ralf: Was bedeutet es für Dich in der Türkei Fußball zu spielen und wie würdest Du einem Außenstehenden den türkischen Fußball erklären?
Mehmet: Wie oben schon gesagt, die Türkei ist dezent anders als Deutschland mit dem Fußball, aber so viel unterscheidet sich da nicht wirklich. Bloß, das im deutschen Fußball auf Disziplin, Charakter und ob man taktisch gut ist geachtet wird. In der Türkei muss man das auch drauf haben, aber wenn man eine individuelle Qualität mitbringt, dann schaut man über die anderen Dinge hinweg. Also mir macht es sehr viel Spaß in der Türkei zu spielen. Es ist alles sehr professionell, was ich nicht gedacht hätte, wie z.B. man fliegt zu den Auswärtsspielen oder einen Tag vorm Spiel geht man ins Hotel oder man fliegt im Sommer oder im Winter ins Trainingslager. Sowas hatte ich in Deutschland nicht.
Ralf: Die erste Station in der Türkei war Eyüpspor in der 2.Lig(3. Liga). Beschreibe bitte einmal einem Außenstehenden, was Du dort erlebt bzw. empfunden hast?
Mehmet: Das erste was ich empfunden habe, war das die Spieler nicht so herzlich am Anfang zu mir waren. Aber dann, wo man mehr Zeit miteinander verbracht hat, wurden die alle Mega korrekt. Was für mich z.B. neu war, war das mit dem Gehalt. Man hat mal ein paar Monate kein Geld bekommen und wenn man mal was bekommen hat, nur ein bisschen. Das war z.B. neu für mich und ich wusste nicht, wie ich damit umgehen soll. Aber man musste mit der Sache halt umgehen, weil man keine andere Wahl hatte. Sonst hatte ich keine schlimmen bzw. besonderen Erlebnisse, natürlich bis auf die Auswärtsspiele, wo man mit dem Flugzeug geflogen ist oder immer ins Trainingslager flog, das war schon sehr nice.
Ralf: Nach Eyüpspor kam dann Sivas Belediye Spor, auch aus der 2.Lig Kirmizi. Wie würdest Du diese beiden Vereine unterscheiden? Gibt es einen Unterschied und wenn ja, welchen?
Mehmet: Das einzige was die beiden unterscheidet ist die Stadt. Istanbul ist wunderschön und Sivas ist dagegen wie ein Dorf J. Aber die Vereine nehmen sich nicht viel. Sie sind beide auf derselben Wellenläge, muss ich sagen.
Ralf: Aktuell spielst Du bei Halide Edip Adivarspor in der 3.Lig Grup 2. (4.Liga). Zu diesem Zeitpunkt steht ihr auf Platz 6 und einen Punkt hinter einem Relegationsplatz. Welches Ziel hast Du mit Deiner Mannschaft in dieser Saison?
Mehmet: Leider haben wir die Relegationsplätze mit einem Punkt verpasst. Die Saison ist seit letzter Woche vorbei. Unser Ziel war Relegation zu spielen, aber wir haben in der Hinrunde zu viele Punkte liegen gelassen, weil wir einen anderen Trainer hatten, der um ehrlich zu sein, nichts mit Fußball am Hut hatte. In der Rückrunde sind wir dann Erster geworden. Mit dem neuen Trainer haben wir leider mit 1 Punkt die Relegationsplätze verpasst. Wir waren alle sehr traurig, aber auch stolz so eine Rückrunde gespielt zu haben.
Ralf: Mehmet, Du hast noch einen Vertrag bis zum 30.06.2022 bei Deinem aktuellen Verein. Aber was würdest Du gerne noch einmal in deiner Karriere erreichen?
Mehmet: Ich würde sehr gerne noch einmal oben angreifen wollen, wenn ich die Chance bekommen würde.
Ralf: Zum Schluss noch eine Frage: Du bist zwar gerade erst 30 Jahre alt, aber gibt es schon bei dir Gedanken oder Wünsche wie es bei dir nach der aktiven Karriere weiter gehen soll und was würdest Du einem heutigen Jugendspieler sagen oder raten, der eine Fußballkarriere anstrebt?
Mehmet: Ich würde gerne nach meiner aktiven Karriere einen Trainerschein machen wollen oder als Manager arbeiten, bin mir aber noch nicht zu 100% sicher, welches von beidem. Aber sicher ist, das ich im Fußballgeschäft bleiben möchte.
Ich würde den Jungenspielern raten sehr viel an ihren Schwächen zu arbeiten. Extra Training wie z.B. Fitness. Es ist heutzutage sehr wichtig, dass man kräftig und stabil im Fußball ist. Man sollte wirklich sehr, sehr hart für seinen Traum arbeiten und nicht auf der faulen Haut liegen. Wie sagt man so schön, von nichts kommt nichts.
Ralf: Mehmet, vielen Dank für das Interview. Wir wünschen dir und deiner Familie für die Zukunft noch alles Gute! Und vor allem bleibt gesund! Vielleicht sehen wir uns ja in Dissen noch einmal.
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