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Ralf: Hallo Rui! Danke dass Du Dir die Zeit für dieses Interview nimmst. Wir hoffen, dass du die bisherige Zeit der Corona Pandemie selbst und mit Deiner Familie gut überstanden hast.

RUI: Servus Ralf, als erstes möchte ich mich für das Interview bedanken. Ja, ich habe die bisherige Zeit der Corona Pandemie gut überstanden. Wir durften ganz normal weiter trainieren, was in anderen Sportarten nicht der Fall ist, deshalb können wir uns nicht beschweren. Dazu kommt noch, dass wir mehrmals in der Woche auf Corona getestet werden, was uns natürlich Sicherheit gibt, das wir gesund sind. Ich bin dankbar, dass es meiner Familie und mir gut geht. Leider konnte ich sie nicht oft besuchen, aber gottseidank kann man heutzutage Videoanrufe machen. Hoffentlich habt ihr die Zeit bis jetzt auch gut überstanden.

Ralf: Wie geht es Dir momentan und wo stehst Du gerade in Deiner „Fußballkarriere“?

RUI: Mir geht’s soweit gut, ich hatte mir Anfang November eine Schambeinentzündung zugezogen und es sah nicht wirklich gut aus. Jetzt 2 Monate später stand ich wieder auf dem Platz, man kann sagen, dass ich sehr viel Glück hatte, dass die Verletzung so schnell geheilt ist. Ich bin jetzt in meinem 3. Jahr hier bei der TSG Hoffenheim U23, wo ich mich natürlich schon sehr viel entwickeln konnte. Ich hoffe deswegen, dass ich bald den nächsten Schritt in meiner hoffentlich noch jungen Fußballkarriere machen kann.

Ralf: Vielleicht kannst Du Dich kurz unseren Lesern einmal vorstellen:

RUI: Mein Name ist Rui Jorge Monteiro Mendes, ich bin 21 Jahre alt, bin in Portugal geboren und aufgewachsen. 2006 bin ich mit meiner Familie nach Deutschland gezogen, um genauer zu sein nach Dissen. Bei der TSG Dissen habe ich angefangen Fußball zu spielen. Danach ging ich zum SV Bad Rothenfelde, SV Viktoria 08 Georgsmarienhütte, DSC Arminia Bielefeld und momentan spiele ich bei der U23 der TSG 1899 Hoffenheim.

Ralf: Du bist ja mit dem Fußball spielen bei der TSG angefangen. Kannst Du Dich noch daran erinnern und hast Du vielleicht noch die ein oder andere konkrete Erinnerung an der Du dich gerne zurück erinnerst?

RUI: Ja Klar, ich erinnere mich sehr gut an die Zeit bei der TSG Dissen. Ich glaube bei dem ersten Spiel für Dissen haben wir gegen Harderberg daheim mit 2:3 verloren. Es war natürlich schade, dennoch hatte ich damals die 2 Tore geschossen. In der E1 habe ich dann auch mit Nico Kötter zusammen gespielt. Er mochte mich anfangs nicht besonders, aber heute ist er einer meiner besten Freunde. Ich kann mich auch gut an einem Turnier in Versmold erinnern, wir haben dort in Zelten übernachtet. Für die Spiele haben Nico und ich dann immer unsere Trikots getauscht. Ich hatte die 7 und er die 10, wir wollten beide die Nummern zwischendurch tauschen. Das Beste war aber damals, wenn man ein Spiel gewonnen hatte und der Trainer dann bei MC Donald’s für die Spieler einen ausgegeben hat. Ich kann mich noch an sehr viel Dinge erinnern, ein Grund dafür ist auch mein Papa. Der war immer dabei und hat immer gefilmt, manchmal sehe ich die Videos noch.

Ralf: Von Anfang an konnte man Deine Begeisterung für den Fußball sehen und man hatte schon damals das Gefühl, das Du im Fußball einen bestimmten Weg verfolgst. Kannst Du das so bestätigen und wie bist Du zu dieser Begeisterung gekommen?

RUI: Ich kann es zu 100% bestätigen, meine Eltern haben mir immer erzählt, als ich klein war hatte ich immer einen Ball dabei. Egal wo ich war und egal was ich gerade gemacht habe, ein Ball hatte ich immer dabei. Daher kommt die Begeisterung denke ich. Je älter ich wurde, desto mehr Fußball habe ich dann auch im Fernsehen geschaut. Ich habe mir gedacht, ich will auch Tore schießen in einem vollen Stadion wo die Leute dann meinen Namen rufen.

Ralf: Wenn ich mich richtig erinnere, hast Du viel auf der Sportfreianlage in Dissen auf den „legendären“ Gummiplätzen in Deiner Freizeit Fußball gespielt. Wenn das so stimmt, würdest Du sagen, dass sich das Spielen auf dem Gummiplatz fußballerisch in Deiner Entwicklung unterstützt hat?

RUI: Ja auf jeden Fall hat das kicken auf dem Gummiplatz sehr viel geholfen. Ich war jeden Tag dort mit meinem Bruder und meinen Freunden. Es gab auch Tage, wo man gegen Ältere gespielt hat und da wollte ich mich immer beweisen. Ich denke, das hat mir in meiner Entwicklung sehr viel gebracht. Ich glaube da hat alles angefangen. Wir hatten immer einen Spruch, der lautet: „Vom Gummiplatz in die Bundesliga“. Ich hoffe ich kann diesen Spruch eines Tages zur Realität machen.

Ralf: Nach dem Du von der TSG Dissen zum SV Bad Rothenfelde gewechselt bist, ging es immer weiter und stetig bergauf. SV Victoria Georgsmarienhütte und DSC Arminia Bielefeld waren die nächsten Stationen im Jugendbereich. Wenn Du jetzt so zurück blickst, was bleibt Dir in Erinnerung und wie hast Du die Zeit gesehen?

RUI: Beim SV Bad Rothenfelde haben wir mal in einer Saison alles gewonnen, was es zu gewinnen gab. Aber die größten Erinnerungen sind für mich die Freundschaften, die man gemacht hat. Durch Fußball lernst Du eine Menge Leute kennen mit denen Du dann auch Momente erlebst, die Du niemals vergisst. Manchmal gute, aber manchmal auch schlechte Momente. Wenn ich heute mal mit ehemaligen Mitspielern über die damalige Zeit spreche, dann sind es meistens lustige Momente wo wir gerne zurück blicken.

Ralf: Der Sprung vom Jugendfußball in den Herrenbereich; war es eine Umstellung für Dich und wie unterscheidet sich der Jugendfußball zum Herrenfußball?

RUI: Ja, es war eine Umstellung für mich, aber ich habe mich schnell daran gewöhnt. Im Jugendfußball spielst du gegen Leute in deinem Alter, da kannst du dich dann mit denen messen. Im Herrenfußball spielst du dann gegen ältere und erfahrene Spieler, das ist dann keine leichte Aufgabe, aber nur so kannst du dich verbessern und daraus lernen. Im Herrenfußball geht es um Geld verdienen, wenn du ein Spiel nicht lieferst, dann bist du am Spieltag danach raus. Wenn ein 30- jähriger weiß, da kommt jetzt ein jüngerer der ihm seinen Platz wegnehmen will, dann wird er alles geben, damit der jüngere keine Chance hat. So hart ist das Fußballgeschäft. Du als jüngerer musst dich eben durchsetzen und erst einmal an ihm vorbei kommen und dich für den Trainer dann anbieten. Da reicht oft das Talent nicht, du musst hart arbeiten und fokussiert bleiben.

Ralf: Wie war für Dich die Zeit bei Arminia Bielefeld und konntest Du für Dich dort etwas schon für Deine Zukunft mitnehmen?

RUI: Die Zeit bei Arminia Bielefeld war sehr lehrreich, aber gleichzeitig auch sehr anstrengend. Ich ging damals in Osnabrück zur Schule und bin dann immer mit dem Zug nach Bielefeld gependelt. Es war nicht leicht, ich hatte keine Zeit für etwas anderes, aber heute bin ich sehr dankbar für die Zeit. Meine Familie hat mich sehr viel unterstützt. Ich durfte bei Arminia Bielefeld dann auch das erste Mal bei den Profis mit trainieren und auch Freundschaftsspiele spielen. Es war aufregend und gleichzeitig eine geile Erfahrung. Da habe ich das erste Mal gemerkt, dass Herrenfußball deutlich schneller, aggressiver und taktischer ist.

Ralf: Du bist dann anschließend zur TSG Hoffenheim gewechselt und spielst dort in der Regionalliga Südwest. Wie ist das so in einer U23 eines Bundesligisten zu spielen? Und hast Du auch Kontakt zum Bundesligakader? Kannst Du uns das Gefühl beschreiben, bei solch einem Verein Fußball spielen zu dürfen?

RUI: Es ist ein Privileg hier spielen zu dürfen. Viele junge Talente die Profis werden wollen, haben alle dasselbe Ziel. Die Mannschaft ist wie meine Familie. Ich sehe sie jeden Tag. Es ist natürlich was anderes wenn du in einer U23 eines Bundesligisten spielst, als in einer „normalen“ Mannschaft in unserer Liga. Du bist viel mehr im Fokus und viele Vereine schauen auf die U23 Mannschaften. Wenn du dich beweist, dann kannst du auf dich aufmerksam machen. Ja, ich durfte direkt in meinem ersten Jahr bei den Profis trainieren, wo Julian Nagelsmann noch Trainer war. Zwischendurch trainiere ich bei den Profis, aber ich habe auch so guten Kontakt zu dem Kader, weil man sich ja jeden Tag sieht und mit manchem bin ich dann auch privat befreundet. Zusammengefasst bin ich sehr glücklich bei so einem Verein spielen zu dürfen.

Ralf: Dein Vertrag in Hoffenheim läuft noch bis zum 30 Juni 2021. Weißt Du schon wie es für Dich weiter gehen soll?

RUI: Nein, ich weiß noch nicht wie es ab Sommer für mich weiter geht, aber ich bin im engen Austausch mit meinem Berater. Ich will natürlich den nächsten Schritt gehen, die Bundesliga wäre natürlich ein Traum, dafür muss ich aber weiterhin hart arbeiten. Es soll natürlich in Richtung einer „Profi-Liga“ gehen, aber wir werden sehen was kommt. Wichtig ist, dass ich gesund bleibe und mich in der Rückrunde gut präsentiere und natürlich Werbung für mich mache.

Ralf: Rui, Danke für das Interview. Wir wünschen Dir alles Gute und viel Gesundheit. Auf das alles so eintrifft, wie Du Dir das wünscht. Vielleicht sehen wir uns ja in Dissen noch einmal persönlich.

RUI: Ich bedanke mich für das Interview und wir sehen uns bestimmt in Dissen noch einmal.

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