Vom „Plattentänzer“ zum Deutschen mini-Meister

Konstantin Kindlein gewinnt das Bundesfinale der minis – Carina Beckersjürgen landet auf einem grandiosen 2. Platz

Beratzhausen. Aufgeregt, sportlich gut vorbereitet und mit familiärer Begleitung gingen am vergangenen Wochenende 36 Mädchen und Jungen im rund 30 Kilometer nordwestlich von Regenburg gelegenen Beratzhausen an die Tische. Drei Tage Bundesfinale der Tischtennis-mini-Meisterschaften 2024, eingepackt in einem gut strukturiertem Rahmenprogramm endeten für die beiden Vertreter des Tischtennis-Verbandes Niedersachsen (TTVN) mit einem grandiosen und außergewöhnlichen Gesamtabschneiden: Konstantin Kindlein aus Hannover gewinnt das Bundesfinale bei den Jungen. Die inzwischen elfjährige Carina Beckersjürgen schaffte es ebenfalls bis ins Finale und erreichte den 2. Platz bei den Mädchen.

Zur Einstimmung auf das 41. Bundesfinale ging es am Freitagabend nach dem Essen bei einem ersten Training an die Tische der Sporthalle der Gottfried Kölwel Grundschule. Der große Spaß bei fachlicher Anleitung von Nationaltrainerin Jie Schöpp endete erst kurz nach 21 Uhr. Wie gut und spontan die Verantwortlichen des TTV 1980 Beratzhausen ihr „Finale Daoham“ auch neben der sportlichen Organisation meisterten, belegte der zweite Veranstaltungstag: Die Kanufahrt musste auf Grund der Wetterbedingungen durch einen Jonglier-Workshop mit Showprogramm kurzfristig ersetzt werden. Dann ging es los für die 18 Mädchen und ebenso viele Jungen, mit konzentriertem Blick und dem großen sportlichen Ehrgeiz. Am ersten Turniertag absolvierten die minis, jeweils in Gruppen mit je neun Teilnehmenden, fünf Einzel. Carina Beckersjürgen, erst vor wenigen Monaten mit ihren Eltern an den Rand des Teutoburger Walds gezogen, siegte in drei Partien, unterlag zweimal erst im Entscheidungssatz. Der Hannoveraner Konstantin Kindlein dominierte seine Vorrunden-Gruppe B mit beeindruckenden fünf Siegen, bei 15:0 Sätzen …

Mit der Fortführung der Gruppenphase begann der dritte Tag. Die Plätze eins und zwei qualifizierten sich für die Play-Offs. Carinas intensives Training in ihrem Verein, TSG Dissen und die Übungseinheiten bei Doris Diekmann Anton Manalaki, viermal wöchentlich, zahlten sich aus: Carina gewann ihre verbliebenen drei Einzel. Als Gruppenzweite stand sie in der KO-Phase. Im Halbfinale lag sie gegen Sophie Hornung aus Hessen im ersten Satz zurück, doch sie gewann das Vorschlussrundenmatch. Carinas großartiger Auftritt endete m Finale gegen Esil Ahmed sportlich mit 0:3. Am Rande der Box sah ein „Offizieller“ der Veranstaltung sie aber als moralische Siegerin, auf Grund ihres Auftretens. Esil Ahmed folgte so ihrem Bruder Eren auf dem ersten Rang, der bereits im Vorjahr bei den Jungen gewann. Sie sind die Kinder eines ehemaligen bulgarischen Nationalspielers. Bei den Jungen bahnte sich Konstantin unaufhaltsam seinen fantastischen Weg durch das Turnier, wie ein Lötkolben durch Butter. Drei weitere Siege summierten sich zur 8:0-Bilanz und dem damit verbundenen Gruppensieg. Dabei blieb nur ein Satz liegen. Es war der erste bei diesem Turnier und bei allen vorangegangenen mini-Meisterschaftsrunden… Seinen 3:0-Halbfinalsieg über den Limburger Milo Weyand kommentierte er auf Nachfrage mit einem „lief gut“. Dann schaute er beim zweiten Halbfinale zu, um seinen Finalgegner zu „studieren“. Auch im Finale ließ Konstantin mit seinem Vorhandhammer seinem Gegenüber Roland Hunor Deak aus Bayern keine Chance und holte den Titel nach drei Durchgängen. Dieser Deutsche mini-Meister ist einer, den es so noch nie gab. Konstantin gehört keinem Verein an und hat an Tischen in einer Sporthalle nur rund zehnmal gestanden. Der Hannoveraner spielt seit zwei Jahren mit Vater Niki an Steinplatten, vorrangig im Welfengarten in der losen Sportgruppe „Plattentanz“, einem Verbund von Outdoor-Tischtennisspielerinnen und -spielern. Den Siegerpokal nahm Konstantin von einer Tischtennis-Legende in Empfang – Steffen Fetzner. Dieses außergewöhnliche Erlebnis ist für den neunjährigen vielleicht der Beginn einer Reise durch das Tischtennis-Universum…

     -Ralf Koenecke-

Fotos: Bernd Müller

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